Sigmund Hene

  • 5 children

Marriages and children

Notes

1 - Gemeinde Eichstetten

Von Ursula Kügele, Stand Nov. 2006

Seit Mai 1936 lebte Flora Hene, geb. Judas, mit ihren Kindern in Eichstetten, Hauptstr.14, ab 1939 in der Hauptstr.22. Flora Hene, als Flora Judas 1898 in Ihringen geboren, war mit dem 1894 geborenen, in Hassloch a. d. Weinstraße ansässigen Textilkaufmann Sigmund Hene verheiratet. Das Ehepaar hatte 5 Kinder: Wiltrude (geb.1927), Karl (geb.1929), Vera (geb.1931), Sonja (geb.1932), Harry (geb.1934).

Bereits 1935 wurde Sigmund Hene denunziert, verhaftet und ins KZ Dachau verbracht. In Existenznöte getrieben, fanden Flora Hene und ihre Kinder durch die Unterstützung des Bruders Gustav Judas in Eichstetten wieder eine Heimat. Gustav Judas nahm anfangs auch die Tochter Wiltrude in seiner Familie in Freiburg auf, um dem Kind den Schulbesuch in der jüd. Zwangsschule in Freiburg zu ermöglichen.

Sigmund Hene, aus dem KZ Dachau zurück in Eichstetten, versuchte 1938 nach Frankreich zu gelangen. Die Flucht misslang, er wurde festgenommen und in das KZ Buchenwald deportiert, wo er am 16.9.1942 ermordet wurde.

Flora Hene, die an keine Zukunft in Deutschland mehr glaubte, bemühte sich, ihre Kinder in Sicherheit zu bringen. Den Kindern Karl, Vera und Sonja wurde in Eichstetten der Schulbesuch noch gestattet, weil die Abreise der Kinder schon in die Wege geleitet war. Die 6-jährige Sonja wurde 1938 bei ihrer älteren, in Melun bei Paris verheirateten Cousine Susanne Silberschmidt untergebracht. Im Frühjahr 1939 kamen die Kinder Karl und Vera mit einem Kindertransport in die Schweiz, wo sie die Naziherrschaft überlebten. Flora Hene selbst stellte einen Antrag auf Emigration in die USA.

Die 1939 nun auf 3 Mitglieder reduzierte Familie (Flora Hene mit Kindern Wiltrude und Harry) gab das Haus Hauptstr.14 auf und zog in 2 freie Zimmer im Haus Hauptstr.22. Im Oktober 1940 wurden alle verbliebenen Eichstetter Bürger jüd. Glaubens in dem Anwesen Altweg 6-8 untergebracht. Die Rückkehr in ihre Wohnungen wurde ihnen untersagt. Am 22.10.1940 wurden Flora, Wiltrude und Harry Hene zusammen mit den anderen jüdischen Mitbürgern nach Freiburg und von dort in das Internierungslager Gurs in Südfrankreich transportiert. Dort versuchten Hilfsorganisationen, Kinder aus dem Lager heraus zu holen, um sie in Sicherheit zu bringen. Auf diese Weise gelangte die 14-jährige Wiltrude in die Cevennen, der 7-jährige Harry in die Nähe von Limoges, wo beide mit viel Glück den Krieg überstanden. In Gurs stellte Flora Hene einen Antrag auf Verlegung in das Lager Noé, wo ihre 20 Jahre ältere Schwester inhaftiert war. Als 1942 von dort Transporte nach Polen zusammengestellt wurden, angeblich zu Arbeitseinsätzen, nahm Flora den Platz ihrer Schwester ein, in der Annahme, als 44-Jährige die körperliche Anstrengung eher überstehen zu können als als 64-Jährige. Die Transporte gingen nach Auschwitz, wo Flora Hene am 28.8.1942 ermordet wurde. Die Ausreisebewilligung in die USA hat Flora Hene nicht mehr rechtzeitig erreicht. Die Schwester hat im Lager Noé überlebt.

In dem von den Nazis ab 1940 besetzten Frankreich gab es auch hier für Juden keine Sicherheit mehr. 1942 wurde die 8-jährige Sonja Hene aus der Schule heraus abgeführt, über das Sammellager Drancy nach Auschwitz deportiert und dort ermordet. 3 Monate später ereilte die Gastfamilie Silberschmidt das gleiche Schicksal.

2 - Timeline

Eichstetten (DE)

3 - Adresse

Hauptstraße 22 79356 Eichstetten

Sources:
- person: Das Mahnmal in Neckarzimmern für die deportierten Jüdinnen und Juden Badens und Gedenkbuch-Projekt

Note: Missing data can be supplemented and incorrect data corrected, please contact Geneee.