Matthias Sommer

  • 6 children / 2 marriages
  • 9 grandchildren

Parents

Marriages and children

Siblings

Ancestors

Matthias Sommer 1763-1842
Friedrich Adler 1768-1840
Katharina Dier 1774-1814
Johannes Beck 1771-1832
Katharina Ernst 1781-1831
























Matthias Sommer 1793-1860
Johannes Beck 1798-1861












Matthias Sommer 1821-1893
Christine Beck 1828-1877






Matthias Sommer 1850-1935

Notes

1 - Ämter

Bürgermeister in Bahlingen (1893-1920), Gemeinderat in Bahlingen (1889-1893)

2 - Aufzeichnungen aus dem Leben des Kunstmalers Helmut Vögtlin

2.1 - Aus der Geschichte der Gemeinde

Bürgermeister Mathias Sommer wurde am 19. September 1850 in Bahlingen geboren und war von 1893-1920 Bürgermeister der Gemeinde. Am 80. Geburtstag wurde er zum Ehrenbürger ernannt. Während seiner Amtszeit wurde die Kaiserstuhlbahn erbaut. 1894 die Wasserleitung gelegt. 1907 das elekrische Licht errichtet, 1907 die Kanalbrücke gebaut, das neue Schulhaus errichtet 1913-1914, die Kriegsjahre stellten grosse Anforderungen seiner Arbeitskraft. In späterem Alter stellte sich Zerfall der körperlichen und geistigen Kräfte ein. Am 2. März 1935 erlöste der Tod den verdienstvollen Bürger.

2.2 - Lebenslauf des Altbürgermeisters Mathias Sommer

Dem Ehepaar Mathias Sommer und der Christine geb. Beck wurde am 17. Sept. 1850 das älteste Kind in Mathias Sommer hier in Bahlingen geboren. Noch zwei Schwestern wurden den Ehegatten geschenkt, von denen eine Schwester schon vor einigen Jahren verstarb, während eine Schwester als Witwe noch hier am Leben ist. Unter der elterlichen Liebe und Fürsorge wurde Mathias Sommer im Elternhaus erzogen. Die Mutter starb im Jahre 1877 und der Vater im Jahre 1893. Mit Erreichung des schulpflichtigen Alters besuchte der Verstorbene die hiesige Schule und stand auch zur Einsegnung am heimatlichen Altar. Nach der Schulentlassung trat er in die väterliche Landwirtschaft ein, die er dann später neben seinen verschiedenen Ämtern noch weiterführte. Im Kriege des Jahres 1870/71 wurde er noch eingezogen, kam jedoch nicht mehr ins Feld.

Am 15. April 1879 verehelichte er sich mit Maria Luise geb. Adler von hier, die ihm am 8. Juli 1882 durch den Tod von seiner Seite hinweg gerafft wurde. Aus der Ehe hinterblieben dem trauernden Ehegatten zwei Kinder, von denen jedoch eines im zarten Kindesalter verstarb, während das älteste Kind am Leben blieb und hier verheiratet ist. Am 21. August 1883 verheiratete er sich in der zweiten Ehe mit Maria Barbara Boos von hier, die ihm am 1. August 1917 im Tode vorausgegangen ist. Aus dieser Ehe wurden ihm drei Kinder geboren, zwei Mädchen und ein Sohn, von denen die beiden Töchter noch am Leben sind, die eine verwitwet und die andere hier verheiratet, während der Sohn, der Erbe des Geschlechtes, im ersten Jahres seines Lebens verstarb. Um den Großvater und den Urgroßvater trauern acht Enkel ud drei Urenkel. Bald wurden die Gaben und Fähigkeiten des entschlafenen Mitbruders erkannt und er wurde am 28. Nov. 1889 bis zum 30. April 1893 in den Gemeinderat berufen. Hier wurde seine organisatorische Art und Leistungsfähigkeit anerkannt und er wurde durch das Vertrauen seiner Mitbürger im Jahre 1893 zum Bürgermeister seiner Heimatgemeinde gewählt. In außerordentlicher Treue und Gewissenhaftigkeit, Tüchtigkeit und mit weitschauendem Blick hat er seiner Heimatgemeinde auf diesen Posten bis zum 10.6.1920 als Bürgermeister gedient.

Was er in diesem langen Zeitraum von nahezu 30 Jahren Gemeindedienst zum Segen seiner Gemeinde gewesen ist, das zeugen nur einige Tatsachen aus seinem Leben. So fällt in seine Dienstzeit der Bahnbau, den er gefördert hat, die Errichtung einer Kinderschule, wozu er einen Platz aus eigenem Besitz zur Verfügung stellte, um das gemeinnützige Unternehmen tatkräftig zu unterstützen. Ebensfalls seine Initiative und Mitarbeit ist der Neubau der Orgel in unserer Kirche zu danken, ferner die Anlage der Wasserleitung, der Bau des elektrischen Lichtes, das ein beiden Fällen als segensreiche Einrichtungen mit weitschauendem Blick erkannt hat, später den Bau der Kanalbrücke und kurz vor Ausbruch des Weltkrieges der Bau des neuen Schulhauses und der Lehrerwohnungen, Bauten, die heute noch der Stolz der Gemeinde sein dürfen und zu deren Errichtung so mancherlei Widerstand zu überwinden war. Neben diese in aller Deutlichkeit verhortretenden Arbeiten traten noch einige Arbeiten in Kulturveränderungen und sonstige gemeinwichtige Dinge. Während des Weltkrieges hat er die schwere Last des Amtes getragen und versucht, allen Gemeindegliedern zu dienen, ihr schweres Los zu mindern und allen ein "Vater" zu sein, der sein Amt nur zum Segen, frieden und zur Einigkeit der Gemeinde führen wollte. Seine reichen Verdienste wurden deshalb auch verschiedentlich durch höhere und höchste Stellen anerkannt. So wurde ihm am 25. April 1902 von Er. königl. Hoheit dem Großherzog Friedrich I. anlässlich des 50jährigen Regierungsjubiläums die Jubiläumsmedaille verliehen. Desgleichen wurde ihm von Er. königl. Hoheit Großherzog Friedrich II. am 9. Sept. 1916 das Kriegsverdienstkreuz infolge seiner reichen Verdienste verliehen. Wegen der vorgerückten Alters legte er im Jahre 1920 das Amt des Bürgermeisters nieder. Am 17. Sept. 1930 wurde dem Achtzigjährigen zu seinem Geburtstag die Urkunde als Ehrenbürger der Gemeinde von Herrn Bürgermeister Ernst feierlich überreicht.

Auch auf kirchlichem Gebiet hat er seine Kraft und Zeit dem Aufbau der Gemeinde treu zur Verfügung gestellt. Dafür sei ihm auch hier der Dank der evang. Kirchengemeinde ausgesprochen. Ebenfalls dürfen wir auch an dieser Stelle wohl den Dank aller Gemeindeglieder dem Verstorbenen über das Grab hinaus aussprechen, der in solch verdienstvoller und segensreicher Arbeit dem Wohle der Gemeinde gedient hat.

Seit einigen Jahren machten sich die Altersbeschwerden immer mehr bemerkbar. Die Kräfte ließen trotz treuer und rührender Pflege immer mehr nach, bis vor ungefähr drei Wochen eine Verschlimmerung seines Leidens eintrat, das am Samstag früh gegen halb 9 Uhr zu einem erlösenden Ende führte. Nach einem gesegneten Leben darf er nun schauen, was er hernieden auf Erden geglaubt.

Der verstorben Mitbruder erlangte ein Alter von 84 Jahren, 5 Monaten und 15 Tagen. "Selig sind die Toten, die in dem Herrn sterben!" nach der Ansprache sang der Männerchor das Lied: "Ich glaub an dich, mein Vaterland" von Wengert. Danach wurde von dem Geistlichen eine Urkunde verlesen, die, in einer Flasche verwahrt, unter die Linde eingegraben wurde. Um uch diese Urkunde späteren Geschlechtern zu hinterlassen (sie mag auch in mancher Familienbibel Aufnahme finden, wie das schon geschehen ist) lasse ich sie auch im Drucke folgen:

Urkunde
Eingesenkt b. Setzen der "Lutherlinde" am Deutschen Luthertag den 19.11.1933. "Zum ehrenden Gedenken und in steter Treue zum evangelischen Glauben, den uns der große Reformator D. Martin Luther geschenkt hat, setzen wir an des Reformators 450. Geburtstag, dem 10. November 1933, der im evangelischen Deutschland am 19. November 1933 im "Deutschen Luthertage" gefeiert wurde, diese Linde.

Möge sie wachsen, so wie evangelischer Glaube an unsern Heiland Jesus Christus und Treue zu dem großen Reformator, dem treuesten Deutschen und ernstesten Christen, wachsen möge und unsere evangelischen Gemeindeglieder stets zur Treue an den evangelischen Glauben erinnern, in dem Bewusstsein und der Gewisstheit: "Gottes Wort und Luthers Lehr vergehen nun und nimmermehr!"

3 - Ortsfamilienbuch Bahlingen

Bürgermeister

Sources:
- person, marriage 1, marriage 2: OFB Bahlingen

Note: Missing data can be supplemented and incorrect data corrected, please contact Geneee.