Lene Hiss

Magdalena Hiss
Maria Magdalena Hiss

a
  • 3 children

Parents

Marriages and children

Siblings

Ancestors

Anna Maria Frey 1812-1868
























Luise Hornecker 1860-1880


















Lene Hiss 1915-1987

Notes

1 - Randnotiz

Litt an Multiple Sklerose.

2 - Von Gott getragen und geführt - Erinnerungen an unsere Eltern Otto und Maria Magdalena Schmidt

Herausgegeben zu Weihnachten 2018, verfasst von Christa Schmidt

Kind und Schulzeit von Maria Magdalena Hiss

Am 25. Februar 1915 erblickte Maria Magdalena das Licht der Welt als sechstes Kind der Familie Wilhelm August Hiss und seiner Frau Anna Katharina Hiss geborene Schmidt.

Am Tag ihrer Geburt standen in den Losungen der Herrnhuter Brüdergemeinde folgende zwei Worte:

Siehe, ich will euch Brot vom Himmel regnen lassen. 2. Mose 16, 4

Ich bin das lebendige Brot, vom Himmel gekommen. Wer von diesem Brot essen wird, der wird leben in Ewigkeit. Johannes 6, 51

Von den Großeltern will ich noch kurz folgendes einschieben: Großmutters Mutter starb nach ihrer Geburt am Kindbettfieber. Das kleine Baby bekam eine andere Mutter (zweite Frau von Eduard Schmidt) und hatte keine einfache Kindheit und Jugend. Großvater lernte Großmutter kennen und heiratete sie. Er war ein Mensch, der sich und das Leben sehr liebte. Das zeigte auch folgende Episode: Er ging an einem Sonntag zu einem auswärtigen Fest und ließ seine Frau daheim allein mit den Kindern und der Arbeit in Stall und Haus. Ein anderer Eichstetter Mann ging nach Hause – Großvater bestellte Grüße an seine Frau mit den Worten: Wilhelms Befinden ist gut! Später änderte sich sein Leben grundlegend durch einen schweren Herbstunfall am 3. Oktober 1906. Er stieg mit der Bütte auf den Wagen und hatte die Rebschere noch in der Hand. Die Leiter rutschte, er auch, und dabei verletzte er sich die Halsschlagader. Die Eichstetter Ärzte (ein Jude und ein Deutscher) operierten ihn zu Hause und retteten so sein Leben. Er kam anschließend durch den regelmäßigen Besuch eines Predigers zum lebendigen Glauben an Jesus Christus. Das änderte sein und ihr ganzes Leben. Ab sofort gehörten sie zur Chrischona-Gemeinde und blieben ihr ein Leben lang treu. Großvater wurde später gichtkrank und Großmutter starb an Brustkrebs mit 51 dreiviertel Jahren.

Magdalena, kurz Lene genannt, erlebte mit ihren Geschwistern eine bewegte aber auch frohe Kindheit. Es war im Hause Hiss üblich, dass am Abend ein Liedvers aus dem Gesangbuch gelernt und aufgesagt wurde. Gerade waren die Kinder bei der Liedstrophe aus “Befiehl du deine Wege…” Vers 8: “Ihn, ihn lass tun und walten, er ist ein weiser Fürst…”. So war es auch an diesem Abend, als es an der Tür klopfte. Herein kamen Nachbars Buben. Die Huberjungs fragten, ob die Söhne des Hauses noch auf einen Sprung hinüber dürften. Nach kurzer Überlegung willigte der Vater ein. Natürlich hat er seine Jungs sehr ermahnt, brav und ordentlich zu sein, dann war es soweit. Sie konnten gehen. “Halt” rief Großvater, erst noch den Vers zu Ende sagen: da kam es laut und überzeugend: “...und wird sich so verhalten, dass du dich wundern wirst…”. Mit großem Gelächter wurde diese Episode quittiert und wird heute noch froh zitiert.

Lene kann einmal von einer Diakonisse in Freiburg ein blaues Glasschälchen mit Deckel geschenkt, dass ich heute mein Eigen nennen darf. Dazu hat sie mir folgendes erzählt: Sie hat es ausgepackt und wollte es gar nicht annehmen, da sie sehr bescheiden war. Dann sagte die Schwester zu ihr in ermahnenendem Ton: “Lenele, jetzt bisch so demütig und nimmschs!” (sei so demütig und nimm es).

Zur Konfirmation 1929 bekam Lene folgenden Denkspruch:

Der Herr ist mein Licht und ist mein Heil; vor wem sollte ich mich fürchten? Der Herr ist meines Lebens Kraft, vor wem sollte mir grauen? Psalm 27,1

Lene hat sich bald darauf bei einer Evangelisation in der EFG für ein Leben mit Jesus Christus entschieden und folgte froh und mit ganzem Einsatz ihrem Herrn und Heiland nach.

Sie gehörte dann zum Gitarrenchor und arbeitete auch sonst so gut sie konnte in der Gemeinde mit. Mit 17 Jahren starb ihre Mutter. Das war schwer. Lene hätte sie noch so nötig gebraucht, zumal Anna, ihre Schwester in Basel arbeitete. Da lag die ganze Verantwortung von Haus und Hof auf ihren Schultern (ihre älteren Brüder waren zum Teil verheiratet und hatten selbst wieder Familien gegründet). Und ihr Vater war gichtkrank und brauchte sie auch sehr. Das war kein leichtes Los, aber sie war tapfer und konnte fröhlich arbeiten. Das hat sie später auch uns vorgelebt. Ihr Bruder Christian und ihre Schwester Anna heirateten im Jahr 1933 und 1934.

Die Familie hatte damals schon ein Pferd namens “Brienli” (Braun). Es war ein gutes Pferd und zog neben dem alltäglichen Geschäft auch den Marktwagen jede Woche nach Freiburg und wieder zurück. Bevor er an den Wagen gespannt wurde, kam er zur Treppe, wo er von Lene einen Leckerbissen bekam. Das war ein immer wiederkehrendes Ritual im Hause.

Einmal durfte Lene für einen Winter nach Bad Boll. Aber da hatte sie es nicht so gut. Sie war meist in der Waschküche eingesetzt, wo es kalt und unwirtlich war. Und sie hat sich redlich schinden müssen. Das war für das Mädchen vom Land, das viel frische Luft gewöhnt war, eine rechte Tortur. Und sie war froh, als sie wieder zu Hause war in ihrem geliebten Eichstetten. Lene war hauswirtschaftlich sehr geschickt. Sie erzählte uns, dass sie sich frühmorgens so beeilt hat, dass sie schon um 8 Uhr in der Stube saß und stickte oder etwas anderes arbeitete. Die weiße Tischdecke mit schwarzen und gelben Kreuzstichen zierte in unserer Kinder und Jugendzeit immer noch den Wohnzimmertisch am Sonntag. Es gab auch sonst noch jede Menge Arbeit – ich denke nur an das Brot backen, die Wäsche, die von Hand gewaschen wurde und ohne Schleuder. Auch Haus und Hof sollten ordentlich sein. Ganz zu schweigen, von dem großen Garten, der sich hinter dem Haus befand und im Feld.

3 - Timeline

Eichstetten (DE)

Sources:
- person, marriage: Christel Schmidt
- birth, death, burial: Grabstein Friedhof Eichstetten

Note: Missing data can be supplemented and incorrect data corrected, please contact Geneee.