Karl Wilhelm Hörsch

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Karl Wilhelm Hörsch 1873-1910

Notes

1 - Ortsfamilienbuch Eichstetten

Wagner. Durch Erdrutsch am Mühlenberg mit seinem dreijährigen Sohn Walter verschüttet.

2 - Badische Zeitung, 27.05.2011

2.1 - "Und alle Berge sollen erniedrigt werden"

Heute vor hundert Jahren: Ein Bergrutsch im Löß verschüttet ein Haus in Eichstetten / Aufzeichnungen eines Pfarrers nicht ohne religiösen Zeigefinger.

Eichstetten. Erinnern kann sich am heutigen Freitag, 27. Mai, aus eigenem Erleben in Eichstetten niemand mehr an ein Unglück, das sich vor genau hundert Jahren in der Hauptstraße ereignete. Aber in Erzählungen in Eichstetter Familien hat sich die Erinnerung an das tragische Geschehen wachgehalten. Denn damals kam es am Mühlenberg, auf der Nordseite der heutigen Hauptstraße, zu einem Bergrutsch, bei dem der Wagner Wilhelm Hörsch mit einem Sohn in seinem zusammengestürzten Haus getötet wurde.

Steile Lößwände gehören zum typischen Landschaftsbild des Kaiserstuhls. Ihre Standfestigkeit ist es, die den typischen Terrassenweinbau erst möglich macht. Doch manchmal kann es zu Rutschungen kommen, die umso größer ausfallen, je höher und steiler eine betroffene Wand ist. So kam es auch heute vor hundert Jahren an der Steilwand des Mühlenbergs in Eichstetten zu einem besonders gewaltigen Abbruch einer ganzen Lößwand.

Zeitzeugen berichteten im Juni 1911 in der "Dorfheimat", dem alten Gemeindeblatt der Evangelischen Kirchengemeinde Eichstetten: "Leider haben wir von einem schweren Unglücksfall zu berichten, der drei hiesige Familien betroffen hat."Der Pfarrer Karl Albert Ludwig – er war auch der Autor des Berichts – hatte in der Religionsstunde am 27. Mai, es war ein Samstag, gerade einige Prophetenworte durchgenommen, unter anderem – nach eigenem Bekunden des Pfarrers – auch ausgerechnet diese Worte von Jesaja (Jes 40,4): "Alle Täler sollen erhöht und alle Berge erniedrigt werden", als die Sturmglocken ertönten. Bald, so heißt es weiter "vernahmen wir die Schreckenskunde: Das Haus des Wagners Hörsch ist verschüttet worden".

Sofort eilten alle den "Mühlenberg" hoch, wo sich ihnen "ein trauriger Anblick bot: Ein Trümmerhaufen, aus dem Balken und Sparren hervorragten. Aber das Schlimmste war, dass sich noch drei Personen unter den Trümmern befanden. Nach angestrengter Arbeit konnte ein Kind noch lebend hervorgezogen werden, der Besitzer und ein Sohn waren tot. Das eine Kind blieb auf wunderbare Weise am Leben: Der Vater hatte es mit seinem Körper geschützt." So berichtet jedenfalls der Pfarrer. Als der Knabe gefragt wurde, was geschehen sei, antwortete er: "Es ist auf einmal Nacht geworden."

In der Gemeinde und der ganzen Umgegend erregte der Trauerfall große Anteilnahme. Es wurde eine Sammlung veranstaltet, über deren Ergebnis zum Zeitpunkt, als der Pfarrer den Bericht verfasste, noch nichts bekannt war. Ludwig, der 1904 nach Eichstetten kam und bis 1925, also über 20 Jahre, hier Pfarrer war, fährt fort: "Doch ist zu hoffen, dass den betroffenen Familien, vor allem der schwer heimgesuchten Witwe, dem nebenan wohnenden Straßenwart Haug, der sein Haus verlassen musste und der polnischen Familie, die im Dachgeschoss des eingestürzten Hauses ihre Wohnung hatte, der materielle Schaden wenigstens teilweise ersetzt wird." Außerdem wird vermeldet, dass "Seine Königliche Hoheit der Großherzog der Witwe unter Ausdruck seiner Teilnahme 100 M(ark) überreichen ließ. Ihre Kgl. Hoheit, die Großherzogin Luise, übersandte ihr ein Bild "Der tröstende Christus."

Wie Fotografien von damals zeigen, war das Haus vollständig verschüttet. Die Erdmassen bedeckten die ganze Straße bis an die Mauern der gegenüberliegenden Häuserfront, die heutige Hauptstraße 75 und 77. Wo der Bergrutsch niederging, ist heute ein schräg ansteigender Lößhang. Die Stelle der beiden Unglückshäuser, einst die Hausnummern 108 und 109, wurde also nie mehr bebaut.

Wie Adolf Gänshirt 1952 in seiner zur 900-Jahr-Feier herausgegebenen Heimatgeschichte ausführt, wurden im Winterhalbjahr 1929/1930 am Mühlenberg rund 4000 Kubikmeter Lößerde für die Baustelle zum Neubau des elektrischen Umspannwerks abgetragen. Dennoch sei es im April 1941 zu einem weiteren Bergrutsch gekommen, an den sich heute noch ältere Eichstetter erinnern.

Der Mühlenberg bleibt eine Gefahrenquelle. Darum wurden im vergangenen Sommer hinter dem Gebäude der Volksbank große Mengen abgerutschten Gerölls abgetragen. Es wurden auch die Akazien beseitigt, deren Wurzeln dort den anstehenden Löss brüchig gemacht haben. Die frisch abgegrabene Lößwand steigt imposante 25 Meter steil an.

Info: Dokumentiert ist das Unglück von 1911 auch in dem 1992 von der Braunschen Hofbuchdruckerei in Karlsruhe herausgegebenen Bildband "Der Kaiserstuhl" und in Band II der Eichstetter Dorfchronik von 2000.

Sources:
- person, marriage: OFB Eichstetten

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