Isaak Hofeler

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  • 4 children / 2 marriages

Parents

Marriages and children

Siblings

Ancestors

Ethel Geismar 1750-1823
x x
x x
Drinle Weil 1760-1827
Judith Weil 1764-1829
























Leopold Hofeler 1780-1869












Leopold Hofeler 1814-1890
Jendel Haas 1822-1894






Isaak Hofeler 1848-1940

Notes

1 - Ortsfamilienbuch Eichstetten

Handelsmann. Kriegsteilnehmer 1870/71. Chronik II, 143.

2 - Gemeinde Eichstetten

Von Ursula Kügele, Stand Juli 2008

Isaak Hofeler zählt zu einer der ältesten jüdischen Familien Eichstettens. Der Stammbaum lässt sich bis 1700 zurückverfolgen. Gegen 1780 ließen sich die ersten Vorfahren in Eichstetten nieder, der Beginn einer weitverzweigten Sippe mit angesehenen Viehhändlern Isaak Hofeler wurde am 14.6.1848 in Eichstetten als 4. von 8 Kindern des Leopold Hofeler und seiner Frau Judith Haas geboren. Nur 5 Kinder haben das Erwachsenenalter erreicht, von denen allerdings 4 in Eichstetten geblieben sind und hier Familien gegründet haben. So ist Isaak Hofeler z.B. der Schwager von Auguste Hofeler, für die Gunter Demnig letztes Jahr einen Gedenkstein in der Hauptstr.33 verlegt hat. Als 1870 der dt./frz. Krieg ausbrach, war Isaak Hofeler 22 Jahre alt. Mit zahlreichen anderen Eichstetter jungen Männern nahm er als deutscher Soldat an diesem Krieg teil. Nach dem ersten Weltkrieg, im Jahr 1925, wurde der 77-jährige Kriegsveteran Isaak Hofeler in Freiburg vom RjF (wohl Ring jüd. Frontkämpfer) zum Ehrenmitglied ernannt. Am 13.10.1878 heiratete Isaak Hofeler die 20-jährige Mina Palm aus Grötzingen. Erst 32 Jahre alt, starb seine junge Frau im Jahr 1891. Kurz darauf heiratete er die 20 Jahre jüngere Fanny Palm, die Schwester der Verstorbenen. Mit ihr zusammen hatte er 4 Kinder, von denen 2 tot zur Welt kamen und der 1897 geborene Sohn Leo behindert war. Die 1894 geborene Tochter Johanna heiratete später David Klein aus Eichstetten. Die Ehe blieb kinderlos. 1922 verstarb Isaak Hofelers zweite Frau Fanny. Im Haus Altweg 11 lebten von dann an der 72jährige Isaak, seine Tochter Johanna und deren Ehemann David Klein. Ob der behinderte Sohn u. Bruder Leo auch noch innerhalb der Familie lebte und wie stark seine Behinderung war, konnte ich nicht in Erfahrung bringen. In der Photoserie zur Juden-Kennkarten–Aktion von der Jahreswende 1938/39 (Eichst. Chronik, Bd. 2 S. 140-146) fehlt sein Bild. Er lebte also zu diesem Zeitpunkt nicht in Eichstetten. Es fehlt auch das Photo von Johanna Klein. Sie starb zwei Jahre zuvor, 1936, erst 41-jährig.

Wie viele Schicksalsschläge mussten Isaak Hofeler und auch sein Schwiegersohn ertragen? Wenn sie auch sicher in der Verwandtschaft Halt fanden, so fanden sie doch keine Ruhe, denn die politischen Verhältnisse erzeugten in allen jüdischen Familien ein Klima der Angst. 1938, nach der Zerstörung der Synagoge und der ersten Deportationswelle aller jüdischen Männer nach Dachau, dachte jeder, der nur irgendeine Möglichkeit sah, an Flucht aus Nazi-Deutschland. Im März 1939 wanderte der Nachbar von gegenüber, Papierfabrikbesitzer Heinrich Epstein nach Brasilien aus und überträgt sein Vorsteheramt der jüdischen Gemeinde an David Klein. Dieser, damals 43 Jahre alt, sah noch Möglichkeiten für eine Ausreise. Er blieb aber noch bis Ende 1939 in Eichstetten, bis er als Verantwortlicher für das Gelände der abgebrannten Synagoge alles Finanzielle „zwangsgeregelt“ hatte. Er kann sich dann noch nach England retten. Zuvor zog sein inzwischen 90jähriger Schwiegervater Isaak Ende März 1939 in das jüdische Altersheim nach Gailingen am Bodensee um. Dieses Heim wurde 1895 vom oben genannten Heinrich Epstein mitgegründet. Es erhielt einst den Namen ‚Friedrichsheim’, aus Dankbarkeit gegenüber dem badischen Großherzog. Der alte Isaak Hofeler musste dort noch erfahren, dass sein behinderter Sohn Leo am 2.4.1940 in der Tötungsanstalt Grafeneck ums Leben gekommen ist. Trotz seines hohen Alters wurde Isaak Hofeler am 22. Oktober 1940 wie Tausende badischer Juden in das südfranzösische Lager Gurs deportiert, wo er einen Monat später, am 22.11.1940, 92-jährig, unter den dortigen erbärmlichen Verhältnissen starb.

3 - Timeline

Eichstetten (DE)

4 - Adresse

Altweg 11 79356 Eichstetten

Sources:
- person, marriage 1, marriage 2: OFB Eichstetten

Note: Missing data can be supplemented and incorrect data corrected, please contact Geneee.