Hermann Bloch

a

Parents

Age at birth date
32 years old   35 years old
Married to

Siblings

Ancestors

Samuel Bloch 1818-1883
Jeanette Ruf 1817-1866


















Hermann Bloch 1911-

Notes

1 - Gemeinde Eichstetten

Von Christina Weiblen, Freiburg

Eltern: Gustav 2.7.1878 (Stolperstein), Mathilde, geb. Lehmann aus Offenburg 13.2.1876 (Stolperstein)

Kinder: Margarethe 18.9.1908, Maier Max 7.9.1909 (Stolperstein), Hermann 13.5.1911 (Stolperstein), Ludwig 30.1.1916

Gustav Bloch war ein gebürtiger Eichstetter, er war wie die meisten jüdischen Eichstetter Viehhändler. Sein Großvater Samuel Bloch war im 19. Jahrhundert Kantor der jüdischen Gemeinde. Gustav Blochs Eltern Maier Hirsch Bloch und Theresia Guggenheimer heirateten um 1870 und hatten vor Gustav Bloch bereits vier Kinder, die aber alle vor ihrem vierten Geburtstag gestorben sind.

So war Gustav Bloch das älteste überlebende Kind und übernahm später das Viehhandelsgeschäft seines Vaters. Er „ging übers Land“, d.h. kaufte und verkaufte Vieh im näheren Umkreis, also nach Hugstetten und Nimburg, nach Bahlingen und Endingen. Er fuhr aber auch – so erinnerte sich sein Sohn Ludwig– zum „großen Markt“ in der Nähe von Ulm.

Seine Frau Mathilde war eine geborene Lehmann und kam aus Offenburg nach Eichstetten. Sie führte den Haushalt und zog die vier Kinder groß: die Älteste, Margarethe, genannt Gretel, die Söhne Maier Max und Hermann und den Jüngsten, Ludwig, Jahrgang 1916.

Ich konnte mit Ludwig Bloch auf meinen Forschungsreisen nach Israel 1993 und 1995 sprechen: Er erzählte von seiner Kindheit in Eichstetten: Er war in einem christlichen Kindergarten und hatte vorallem christliche Freunde– es gab in den 1920er-Jahren nur noch wenige Kinder in der jüdischen Gemeinde. Ludwig Bloch erzählte, wie er mit seinen Freunden heimlich im Kirchturm herumgeklettert ist und dass sie alle natürlich ordentlich Ärger bekommen haben, er erzählte davon, dass er wie die christlichen Kinder am Heiligabend in der Kirche Geschenke bekommen hat, und er erzählte vom jüdischen Religionsunterricht beim Kantor Leopold Mirwis; er schilderte den kleinen Mann als sehr streng. Ludwig Bloch erzählte auch, dass sein Vater sich mit den anderen jüdischen Männer am Schabbes im Gasthaus Rössle getroffen hat.

1.1 - Wie ging es weiter mit den Blochs?

Die älteste Tochter Margarethe ging schon in den 1920er-Jahren nach Paris und machte dort eine Schneiderlehre, sie kam dann manchmal als junge, schicke Dame nach Eichstetten zu Besuch.

Ludwig Bloch, genannt Lubbele, der Jüngste, machte in Emmendingen eine Bäckerlehre und danach eine landwirtschaftliche Ausbildung in Vorbereitung auf die Auswanderung nach Palästina. Er wanderte dann bereits in der Mitte der 1930er-Jahre aus und lebte in Palästina in der ersten Zeit im selben Kibbuz wie andere junge Eichstetter: Meta Epstein, Tochter des Vorstehers der Gemeinde, und Kurt Mirwis, Sohn des Kantors, waren auch nach Palästina ausgewandert.

Die beiden anderen Brüder Maier Max und Hermann Bloch arbeiteten im Viehandel ihres Vaters mit, bis Gustav Bloch aufgrund der Verfolgung im Dritten Reich bereits im März 1937 sein Geschäft aufgeben musste. Wie die anderen jüdischen Familien in Eichstetten versuchten sich die Blochs irgendwie über Wasser zu halten.

Von Hermann Bloch ist bis jetzt nur bekannt, dass er zumindest versuchte nach Frankreich zu emigrieren – dazu muss weiter geforscht werden. Sein Bruder Maier Max blieb wohl noch länger bei den Eltern, zog dann aber vor 1940 nach Freiburg, wo auch einige andere Eichstetter hingeflüchtet waren, um auf ihre Ausreisepapiere in die USA oder nach Südamerika zu warten.

Sie alle - bis auf Ludwig Bloch - sahen sich im Konzentrationslager Gurs wieder: Gustav und Mathilde Bloch wurden am 22. Oktober 1940 aus Eichstetten deportiert, Maier Max aus Freiburg, Hermann Bloch und auch die Schwester Margarethe wurden vermutlich von Paris aus nach Gurs deportiert.

Margarethe Bloch bekam im Lager Gurs ein Kind. Sie schaffte es aus Gurs herauszukommen und später mit ihrem Sohn nach Kanada zu emigrieren.

Mathilde Bloch starb zwei Monate nach ihrer Deportation in Gurs, also im Dezember 1940. Die genaue Todesursache ist nicht bekannt, aber die Berichte von Gurs sind bekannt: Hunger, Krankheiten und der Verlust der Heimat brachten in diesem ersten Herbst in Gurs mit Mathilde Bloch mehr als 1000 Menschen um, an manchen Tagen wurden 25 Menschen zu Grabe getragen. Mathilde Bloch wurde 64 Jahre alt. Ihr Grab ist auf dem Friedhof des Konzentrationslagers Gurs.

Von Gustav Bloch und seinen beiden Söhnen Maier Max und Hermann gibt es keine Grabstelle. Sie wurden am 10. August 1942 von Gurs über Paris nach Auschwitz deportiert und dort ermordet.

2 - Timeline

Eichstetten (DE)

3 - Adresse

Hauptstraße 27 79356 Eichstetten

Sources:
- person: Das Mahnmal in Neckarzimmern für die deportierten Jüdinnen und Juden Badens und Gedenkbuch-Projekt

Note: Missing data can be supplemented and incorrect data corrected, please contact Geneee.