Albert Engler

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Parents

Age at birth date
30 years old   25 years old

Marriages and children

Siblings

Ancestors

Martin Engler 1793-1867
Rosina Krumm 1806-1887
Katharina Dier 1814-1875
Gottlieb Sommer 1799-1893
























Katharina Ziebold 1844-ca 1917


















Albert Engler 1905-1993

Notes

1 - Gallery

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2 - Badische Zeitung, 1988

2.1 - Ein Sperrmüll-Fund weckt die Erinnerung an Fritz Adler

Albert Engler restaurierte das rätselhafte Bild des 1956 verstorbenen Bahlinger Künstlers - Bemühungen um eine Gedächtnisausstellung

Von unserem Mitarbeiter Alfred Peter

Bahlingen. Vor kurzem machte der Bahlinger Gemeinderat Walter Schmidt auf dem Sperrmüll einen seltsamen Fund: Er entdeckte eine bemalte, auf einem Lattenrost befestigte Leinwand, die in mehrere Teile zerrissen war. Schmidt brachte den Fund dem 83jährigen Kunstmaler Albert Engler, der die Leinwand als Werk des 1956 verstorbenen Bahlinger Kunstmalers Fritz Adler identifizierte. Engler machte sich sogleich ans Werk und restaurierte das Bild, das dem Betrachter doch einige Rätsel aufgibt.

Der Aufbau erinnert etwas an die Darstellung der Stände im Mittelalter, nur daß dort der Kaiser die Spitze einnahm, während er hier unten links seinen Platz bekommen hat. Die Spitze dagegen nimmt der Jude ein, der zitiert wird: "Ich muß von dem Profite leben." Wenn sich Albert Engler richtig erinnert, ist das Ganze 1932 entstanden. Der Zeitgeist ist deutlich spürbar. Es herrschte Massenarbeitslosigkeit, wozu noch das verheerende Hagelunwetter kam. Die Bahlinger lebten in Armut, und da fanden auch die Nazis ihre Anhänger, die die Juden als Sündenbock präsentierten, als die Schuldigen an der Not.

In dem Werk steckt auch Sozialkritik. Dem Bauern unten rechts wird in den Mund gelegt: "Ich lasse den lieben Herrgott walten, ich muß ja euch alle sechs erhalten." Die anderen sind also die Schamrotzer, die die Bauern ausbeuten und auf seine Kosten leben. Eine solche Darstellung war in jener Zeit bei den Bauern und Winzern auf dem Dorf sehr populär.

Wer der Kunstmaler Fritz Adler war, dazu hat der im Ruhestand lebende Forstdirektor Walter Beck einiges Wissenswertes beigetragen. Er erinnert sich, daß er um 1925 Ziegel streckte, als das neuerbaute Haus des Kunstmalers in der Hauptstraße gedeckt wurde. Adler, so Beck, habe das Zeug zu einem bedeutenden Maler gehabt. Aber ihm habe jeglicher Geschäftssinn gefehlt. Von großer Meisterschaft zeugen seine Blumenbilder, die Technik von Licht und Schatten habe er hervorragend beherrscht. Seine Landschaften würden an die von Hans Adolf Bühler erinnern, der als Nachfolger von Hans Thomas die Kunstakademie in Karlsruhe leitete und später auf der Sponeck lebte. Walter Beck erinnert sich, daß sein Vater, der Sonnenwirt Fritz Beck, mithalf, Fritz Adler das Studium in Karlsruhe zu finanzieren.

Stark geprägt hat ihn ein neun Jahre langer Aufenthalt in England. Er stammte aus der Sippe der "Husarenschneider" und fuhr 1911 nach London, um dort zwei dort lebende Onkel zu besuchen. Diese waren um 1850 aus Bahlingen ausgewandert und waren, der eine Schneider, der andere Schuhmacher, in London geblieben.

1914 wurde Adler vom Beginn des Ersten Weltkrieges überrascht. Er wurde auf der Insel Man interniert und kehrte erst 1920 wieder nach Bahlingen zurück. Auf seinen Wanderjahren kam Adler auch nach Leipzig und lernte dort die Bauhausgesellschaft und Professor Beckmann kennen. Mitglied der Bauhausgesellschaft blieb er bis zu seinem Tod.

In England hatte Fritz Adler eine Technik für das Auftragen von Mustern auf Stoffe kennengelernt und bekam hierfür in Deutschland sogar ein Patent. Viele Aufträge erhielt er von einer Fahnenfabrik in Endingen. Mit einer dem Batik vergleichbaren Technik übertrgug er die Vorlagen, die dann von den Fahnenstickerinnen vollendet wurden. Eine der ersten so entstandenen Fahnen soll die des ehemaligen Gesangvereins "Eintracht" sein, die das Motiv "Pegasus aus der Asche" trug.

1923, als 42jähriger, hat Fritz Adler seine Frau Marie geborene Sommer, eine ehemalige Diakonisse, geheiratet. Beide wandten sich den Antroposophen zu und lebten, so Beck, ein vorbildliches Christentum. Obwohl selber arm, teilten sie mit Notleidenden auch die letzte Mark.

In der Hinwendung zu den Antroposophen vermutet Beck auch die Ursache dafür, daß Adler gerne mit Allegorien und Symbolen arbeitete. Ebenso war er ein überzeugter Anhänger der Farbenlehre von Goethe mit der Einteilung in positive und negative Farben.

Mit dem in Bahlingen populären Pfarrer Treiber, daran erinnert sich Albert Engler, kam Fritz Adler nicht gut zurecht. Er hätte gerne die Innengestaltung der Bergkirche übernommen. Dies verwehrte er ihm jedoch und holte einen Künstler aus Heidelberg. Adler durfte nur die Kirchenbänke streichen. Adler, 1881 geboren, verstarb als 75jähriger am 30. November 1956 an den Folgen eines häuslichen Unfalls.

3 - Timeline

Bahlingen (DE)

4 - Adresse

Helblingsgasse 16 79353 Bahlingen

Sources:
- person: Grabstein Friedhof Bahlingen, Helmut Nockemann
- marriage: Max Boos, Rolf Breisacher
- burial: Grabstein Friedhof Bahlingen

Note: Missing data can be supplemented and incorrect data corrected, please contact Geneee.