Eugen Hiss

Wilhelm Eugen Hiss

a
  • 2 children

Parents

Age at birth date
43 years old   33 years old
Married on 2 May 1878 to

Marriages and children

Siblings

Half-siblings

On Albert Hiss 1847-1916's side

Ancestors

Christian Bär 1806-1872
Matthias Gross 1812-1868
























Karoline Gross 1835-1899












Albert Hiss 1847-1916






Eugen Hiss 1891-1963

Notes

1 - Badische Zeitung, 11.07.2011

1.1 - Ende für ein Stück Dorfgeschichte

In Eichstetten wird der Lebensmittelmarkt Hiss zum Monatsende schließen / Einzelhandel in stetem Wandel begriffen.

EICHSTETTEN. Nur noch wenige Tage, dann wird in Eichstetten der alteingesessene Lebensmittelmarkt Hiss im Altweg geschlossen. Mit der Geschäftsaufgabe zum Monatsende geht auch eine Tradition zu Ende. Denn das Lebensmittelgeschäft wurde als Familienbetrieb über drei Generationen geführt.

Vielerlei Gründe führten zur Entscheidung der Inhaber, jetzt das Geschäft zu schließen. Das veränderte Verbraucherverhalten zähle dazu, der laufende Kostendruck, aber auch die offensichtlich nicht mögliche Nachfolgeregelung. Dazu beigetragen hat sicherlich auch, dass stark expandierende Lebensmittelmärkte auch in "kleineren" Gemeinden ihre Angebote offerieren. In Eichstetten traf dies konkret mit der Eröffnung des Rewe-Marktes im Gewerbegebiet Steegmatten im vergangenen Herbst zu. Damit verstärkte sich aber auch der Wettbewerb und so entschlossen sich die Geschäftsinhaber, die Familien Hiss und Mellert, den Lebens- und Haushaltsmittelbereich, also das "nah und gut"-Geschäft, zu schließen.

Mit der Schließung endet in Bezug auf die Lebensmittelversorgung auch eine Familientradition, die der im Jahre 2008 verstorbene Seniorchef, Walter Hiss, dokumentiert hat. Das Gebäude, die ehemalige Brauerei Heinzmann mit Gastwirtschaft, war im Jahre 1900 für 10 000 Goldmark in den Besitz von Karl Wiedemann übergegangen. Dessen Tochter Frieda heiratete 1921 den damals in einer Eisenhandlung in Freiburg beschäftigten Kaufmann Eugen Hiss. Dieser richtete in der leer stehenden Gastwirtschaft im Jahre 1923 im Nebenerwerb ein Geschäft ein, in welchem vorwiegend Handwerker ihren Bedarf decken konnten. Die Eisenwarenhandlung ergänzte mit der Zeit ihr Angebot auch um Kurzwaren, wie Faden, Nähnadeln und Garn, damit die Bürger nicht bis zum nächsten Jahrmarkt warten oder sich zum Einkauf der Waren nach Endingen oder Emmendingen begeben mussten. Mit Gemischtwaren und Lebensmitteln wurde das Angebot immer mehr erweitert und so bedurfte es auch der stetigen Erweiterung der Verkaufsfläche.

Ein auf der gegenüberliegenden Straßenseite schon im Besitz befindliches Gebäude wurde im Jahre 1970 durch einen Neubau ersetzt, in welchem sodann die Eisenwaren angeboten wurden. Die Geschäftsentwicklung verlief weiterhin überaus positiv und so wurde der Fachmarkt für Maschinen, Werkzeuge und Eisenwaren im Jahre 2000 ins Gewerbegebiet Bruckmatten verlegt. Der Haushalt- und Lebensmittelmarkt verblieb im Altweg, wo die Verkaufsfläche ebenfalls ausgebaut und erweitert wurde. Letztlich waren es insgesamt rund 400 Quadratmeter Verkaufsfläche gewesen.

1.1.1 - "s’Eugen-Hisse" war für Generationen ein fester Begriff
Nun wird der von der Edeka-Handelskette belieferte Markt am 30. Juli geschlossen. Die Kunden werden sich neu orientieren und ihren Bedarf bei der Bäcker- und Konditorei, sowie dem Lebensmittelmarkt Schadt in der Wiesenhofstraße, also im Oberdorf, oder beim Rewe-Markt im Gewerbegebiet, oder gar auswärts, auf dem Weg zur oder von der Arbeit, decken.

Viele Bürger werden sich dabei gelegentlich wehmütig an alte Zeiten erinnern, als es bei´s "Eugen-Hisse" "fast alles" gab, weshalb das Geschäft von vielen auch das "Kaufhaus für Alle" in Eichstetten genannt wurde. Diese Tradition bewahrt indessen der Fachmarkt für Eisenwaren und Werkzeuge weiter, der nun schon seit elf Jahren im Gewerbegebiet ansässig ist und einen Kundenkreis weit über Eichstetten hinaus erreicht.

2 - Badische Zeitung, 10.10.2019

2.1 - Frisches Bier aus altem Braukeller

Helmut Enderlin und Ralf Trautwein aus Eichstetten brauen in einem Gemäuer aus dem 18. Jahrhundert.

EICHSTETTEN. Der Heimatort von Helmut Enderlin und Ralf Trautwein ist vor allem als Wein- und Gemüsedorf bekannt, dass hier aber im 18. Jahrhundert auch Bier gebraut wurde, ist heute in Vergessenheit geraten. Als Enderlin sein Haus im Altweg 21 kaufte, wo 1798 erstmals Bier gebraut worden war, ließen die beiden Hobbybrauer diese Tradition wieder aufleben und gründeten Hera-Brauwerk. Inzwischen brauen die beiden 300 Liter pro Monat und ihr Bier schaffte es schon bis nach Amerika.

Schon Jahre lang hatten Enderlin und Trautwein mit dem Gedanken gespielt, ihr eigenes Bier herzustellen. Die Tatsache, dass nach dem Hauskauf zwei Bierkeller zur Verfügung standen, vertrieb alle Zweifel und ließ die beiden 2017 ihr Vorhaben in die Tat umsetzen. Ein Name war auch schnell gefunden: Die Vornamen der Gründer Helmut und Ralf ergaben zusammen den Namen Hera. Er stellt außerdem einen Bezug zur Braufamilie Heinzmann her, die erstmals in Eichstetten braute.

Ein Gebäude mit bewegter Vergangenheit: 1798 stellten die beiden Brüder und Küfermeister Jakob und Christian Heinzmann einen Antrag zum Betrieb einer Bierbrauerei mit Schankwirtschaft. Aus dieser Zeit stammen die beiden Bierkeller. Sie haben eine Länge von rund 15 und 30 Metern, sind knapp drei Meter breit und liegen zehn Meter unterhalb der Oberfläche des Schmelzers. Da sie direkt in den Berg gegraben wurden, haben sie ganzjährig eine konstante Temperatur von knapp 13 Grad – die ideale Gärtemperatur für untergärige Hefen, die für Biere wie Pils oder Lager eingesetzt werden.

Aus einer 1821 erstmals erwähnten "Biersiederei" wurde die "Brauerei und Bierwirtschaft Heinzmann" – ein viel besuchtes Lokal mit Gartenwirtschaft, Pavillon und Kegelbahn. Nach vielen Generationen Heinzmann ging der Betrieb an die Brauerei Bercher aus Breisach und die Witwe von Friedrich Heinzmann führte das Lokal weiter. Im Jahre 1900 erwarb es schließlich Karl Wilhelm Wiedemann. 1923 eröffnete dessen Schwiegersohn Eugen Hiss das "s’Eugen Hisse", das bis zur Geschäftsaufgabe Lebensmitteln und vieles mehr anbot.

Was bei Trautwein und Enderlin als kleiner Test mit zehn Litern anfing, ist mittlerweile zu einer Dauerproduktion von 300 Litern pro Monat geworden. "Seit wir brauen, ist die Tendenz steigend. Wir haben auch schon Stammkunden", sagt Ralf Trautwein. Gebraut werden Pils, Lager und Hefeweizen. Mittlerweile landete das Eichstetter Bier als Mitbringsel schon in Amerika, Italien, Frankreich und der Schweiz. Zur Herstellung von 100 Litern benötigen die beiden rund acht Stunden. Nach zwei Wochen im Fass wird das Bier von Hand abgefüllt. Bis es verkauft werden kann, muss es dann noch vier Wochen in der Flasche gären.

2.1.1 - Hobbybierbrauer nach Feierabend
Die beiden Bierbrauer kennen sich seit 20 Jahren. "Uns verbindet die Liebe zu Bier, zur Musik und unsere Familie", erzählt Enderlin. Er ist der Stiefvater von Trautweins Frau. Enderlin hat sich mit seinem Unternehmen SE-Computer in Eichstetten selbstständig gemacht. Wer hier seinen Computer zur Reparatur bringt, kann sich gleich noch mit Bier eindecken. Trautwein arbeitet als Ingenieur für Vermessung und Geoinformatik in Basel. Nach Feierabend brauen die beiden zusammen ihr Bier.

Die Reste der Produktion, den Trester, bekommen die Wollschweine und Ziegen von Enderlins Cousin Arndt Köbelin. "Das ist super für uns und die Schweine freuen sich", sagt Trautwein. Gemeinsam mit Köbelin entwickelten die beiden auch ein Rivaner-Bier, das erstmals am Eichstetter Weinfest verkauft wurde. Die gebrauten 50 Liter waren schnell verkauft. Nachschub ist aktuell in Produktion. "Das ist ein Lagerbier mit Rivaner. Wir wussten selbst nicht so genau, wie das schmecken soll, aber es ist echt erfrischend und mal etwas anderes", erzählt Trautwein. Craft Beer zu brauen sei anfangs auch im Gespräch gewesen, sagt Trautwein. "Das mögen wir selbst auch. Wir haben uns dann aber für etwas Bodenständiges entschieden", sagt er.

Durch Braukurse, Bücher und viel Übung eigneten sich die beiden das notwendige Wissen an. Das Malz für ihr Bier stammt aus Bamberg, der Hopfen vom Bodensee. "Anfangs lief manches auch mal nicht so wie geplant, da viele Parameter eine Rolle spielen", sagt Enderlin. "Es dauert, bis alles so ist, wie man es will", erzählt auch Trautwein. Mittlerweile reiche die gebraute Menge aber nicht mehr aus, sodass die beiden über zusätzliche Fässer nachdenken. Platz im historischen Keller für mehr Fässer gibt es auf alle Mal.

Sources:
- person, marriage: OFB Eichstetten
- burial: Grabstein Friedhof Eichstetten

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