Friedel Peter

Parents

Ancestors

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Friedel Peter 1917-2012

Notes

1 - David Schmidt, 28.02.2012

In der Todesanzeige erwähnt wird: Von 1952 an war Schwester Friedel Peter als Gemeindeschwester in Bahlingen tätig. 33 Jahre lang versorgte sie dort die Hilfsbedürftigen, Kranken und Alten der Gemeinde mit großer Treue und Herzlichkeit.

2 - Kaiserstühler Wochenbericht, 09.03.2012

2.1 - Mit Humor und Lebensfreude gesegnet

Im Gedenken an die verstorbene Bahlinger Ehrenbürgerin Schwester Friedel Peter

Bahlingen (heb). Am Montagabend begann die Gemeinderatsitzung mit einer Gedenkminute für die Bahlinger Ehrenbürgerin Schwester Friedel Peter, die laut Bürgermeister Harald Lotis am 25. Februar verstorben ist und am Montagnachmittag in Freiburg ihre letzte Ruhe fand. Walter Schreyvogel, Bürgermeister a. D. von Bahlingen, hat etwas aus dem Leben der Ehrenbürgerin, die am 4. Dezember 1917 in Großauheim geboren wurde, zusammengetragen.

Schwester Friedel Peter hatte schon in jungen Jahren den Wunsch, Diakonisse zu werden. Sie trat deshalb im Jahre 1941 als Schwesternschülerin in das Diakonissenkrankenhaus in Freiburg ein, wo sie 1943 ihr Staatsexamen mit der Note „Sehr gut“ ablegte.

Sie arbeitete von 1944 bis 1948 als Gemeindeschwester in Gutach im Schwarzwald. 1948 wurde sie feierlich zur Diakonisse geweiht. Vier Jahre arbeitete sie in der Röntgenabteilung des Diakonissenkrankenhauses in Freiburg, bevor sie 1952 die Krankenstation in Bahlingen übernahm, wo sie 33 Jahre die Hilfsbedürftigen, die Kranken und die Alten der Gemeinde betreute und versorgte.

2.1.1 - Eine große Hilfe
Trotz der anstrengenden Arbeit bei jedem Wetter, bei Tag und Nacht, trotz des vielen Leides und der Not, trotz der vielen durchwachten Nächte bewahrte sich Schwester Friedel ihren Humor und ihre Lebensfreude.

Sie war für die Betroffenen und ihre Angehörigen immer eine große und manchmal auch die einzige Hilfe.

Als sie damals zusammen mit ihrer Oberin in Bahlingen ankam, mussten beide auf unbefestigten Straßen durch den Schlamm waten, und auch das Erscheinungsbild des Ortes war nicht so schmuck wie heute, erinnert Schreyvogel. Jedenfalls war der erste Eindruck damals nicht gerade erhebend, so dass selbst die Oberin Verständnis dafür gehabt hätte, wenn sie nicht in Bahlingen geblieben wäre. Aber sie blieb und eine ihrer ersten Anschaffungen in Bahlingen waren ein Paar Gummistiefel, die sie auch einige Jahre benötigte.

2.1.2 - Auf dem Moped unterwegs
In den ersten Jahren ihres Dienstes in Bahlingen fuhr sie mit dem Fahrrad zu ihren Patienten. Als zu Beginn der 1960er Jahre die Ortsstraßen ausgebaut wurden, bekam sie ein Moped, was eine wesentliche Erleichterung für sie war und das sie bis zum Ende ihres Dienstes in Bahlingen hatte.

Fortan sah man Schwester Friedel in schnellem Tempo von Patient zu Patient eilen, so dass sie von den Bahlingern bald die Bezeichnung „Der schnelle Blitz von Bahlingen“ erhielt. Als Diakonisse bekam Schwester Friedel ein monatliches Taschengeld von 250 D-Mark. Damit konnte sie keine „großen Sprünge“ machen. Zusätzlich zu ihrem Dienst in Bahlingen kümmerte sie sich um ihre betagte Mutter in Bad Krozingen und nahm diese im letzten Jahr vor deren Tod zu sich nach Bahlingen.

2.1.3 - Wanderurlaube in Galtür
Den Ausgleich zu ihrer anstrengenden Tätigkeit fand sie im Wandern, Fotografieren und im Hören von Musik von Mozart. Die schönste Zeit des Jahres war für sie, so teilt Schreyvogel weiter mit, der alljährliche Wanderurlaub in Galtür in Vorarlberg. Galtür wurde zu ihrer zweiten Heimat. Auch noch in ihrem Ruhestand verbrachte sie alljährlich - solange es ihr ihre Gesundheit erlaubte - eine gewisse Zeit in Galtür.

In der langen Zeit ihres Dienstes in Bahlingen hat sie viele Bahlinger beim Sterben begleitet. Sie hat Generationen kommen und gehen sehen und verlor trotz all der seelischen Belastungen nicht ihre lebensbejahende Einstellung. Der Entschluss, nach 33 Jahren Dienst als Diakonisse in Bahlingen ihren Ruhestand im Mutterhaus zu verbringen, sei ihr nicht leicht gefallen, mussten doch damit viele in dieser Zeit entstandenen Bindungen an Bahlingen und seine Bürger aufgegeben werden. Trotzdem entschied sie sich für das Mutterhaus, da sie darin - insbesondere im Hinblick auf das Alter - die bessere Lösung sah.

So wurde Schwester Friedel Peter am 7. Oktober 1985 in Bahlingen mit einem Gottesdienst in einer bis zum letzten Platz gefüllten Bergkirche feierlich und mit hohen Ehrungen verabschiedet.

Im Gottesdienst wurde ihr das Kronenkreuz in Gold des Diakonischen Werkes überreicht.

2.1.4 - Feierstunde im Gemeindehaus
In einer anschließenden Feierstunde im Gemeindehaus verlieh ihr Bürgermeister Schreyvogel - im Auftrag des Gemeinderates - die Ehrenbürgerwürde der Gemeinde.

Sources:
- person, birth, death, burial: Badische Zeitung

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