Elias Kiefer

  • 7 children
  • 5 grandchildren

Parents

Marriages and children

Siblings

Half-siblings

On Johann Joachim Kiefer 1639-1699's side

Ancestors

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Elias Kiefer 1674-1763

Notes

1 - Ämter

Pfarrer in Bahlingen (1698-1763)

2 - Badische Zeitung, 17.08.2018

2.1 - Mutige Priester, eifrige Chronisten

Der Bahlinger Pfarrer Thomas Herrmann hat im Kirchenarchiv gestöbert – und erinnert an das Wirken seiner Vorgänger.

BAHLINGEN. Wetterkapriolen, Streit mit dem Bürgermeister, große Politik: Die Schriften aus den Bahlinger Kirchenarchiven gewähren tiefe Einblicke in die Vergangenheit. Davon profitierte nun Pfarrer Thomas Herrmann von der evangelischen Kirchengemeinde: Er wertete die wertvollen Zeitdokumente aus, die von Margrit Brinkmann in jahrelanger Arbeit von der Sütterlinschrift in Schreibmaschinendruck übertragen worden waren. Drei Beispiele.

2.1.1 - 65 Jahre als Pfarrer
Einem Pfarrer setzten die Nachkommen ein bis heute sichtbares Denkmal – ein Epitaph im Chorraum der Bergkirche. Geboren im März des Jahres 1664, verstarb Elias Kiefer im Oktober 1763 im Alter von 89 Jahren in Emmendingen. Wenige Wochen zuvor war sein Sohn Johannes, der als sein Nachfolger wirkte, mit 52 Jahren gestorben. Von 1690 bis 1755 stand Kiefer 65 Jahre der Gemeinde vor. Johannes Kiefer begann noch unter seinem Vater 1735 als Vikar und übernahm das Amt des Pfarrers ab 1755 bis zu seinem Tod. Lesenswert sind die Aufzeichnungen von Elias Kiefer, der die Vorkommnisse im Ort akribisch festhielt. So schrieb er beispielsweise 1738: "Biß um Matthiastag war es herb kalt, und obgleich sich nachher der anbrechende Frühling einstellte, so fiehl doch am MajTag ein recht tiefer Schnee wie ... ein starker Reif, welcher doch Gott sey Dank! Allhier außer die Nußbäume in der Höhe gegen den Berg Schaden litten u. daher wenig Nuß gegeben, sonsten ohne Schaden abgegangen."

2.1.2 - Sprungbrett in die Politik
Karl Zittel (1802 -1871) war von 1834 bis 1848 in Bahlingen Pfarrer, bevor der studierte Theologe in die Landespolitik wechselte. Zittel galt als einer der führenden Vertreter des kirchlichen Liberalismus in Baden, vertrat 1848-49 den Wahlkreis Karlsruhe in der Frankfurter Nationalversammlung und war ab 1850 Abgeordneter im Erfurter Unionsparlament. Später gehörte er zu den Mitbegründern des Protestantenvereins und redigierte eine Erbauungsschrift. Sein 1830 in Bahlingen geborener Sohn Karl Alfred von Zittel studierte Geologie sowie Medizin und unternahm Forschungsreisen nach Skandinavien, Paris und in die Libysche Wüste. Ab 1863 trug er als Professor für Mineralogie und Geognosie in Karlsruhe entscheidend zur Entwicklung der Paläontologie als Hochschuldisziplin bei.

2.1.3 - Streit mit dem Rathaus
An Philipp Adam Treiber (1897 – 1944) können sich bis heute ältere Gemeindemitglieder erinnern. Er war ab 1927 in Bahlingen, zunächst als Vikar, dann als Pfarrer. Seine mutige Haltung gegenüber einer Kommunalpolitik, die in den dreißiger Jahren die Kirchen gleichschalten wollte, zeichnete den Pfarrer aus. Es war vor allem seine Auseinandersetzung mit Bürgermeister Karl Gustav Joseph, die den Priester zermürbte und ihn mehrfach um Versetzung bitten ließ. Treiber warf dem Bürgermeister "kleinliche Rachsucht, persönliche Verärgerung und fanatischen Parteienhass" vor. Im November 1934 hielt Pfarrer Treiber einen "Bekenntnisgottesdienst" ab, bei dem sich mehr 500 Bürger als Mitglieder der "Bekenntnisgemeinschaft" eintrugen. Dieser Schritt, von Treiber ganz im Sinne des Wortes Gottes und nicht in politischem Zusammenhang gesehen, führte zwischen Bürgermeister und Pfarrer zu Spannungen, die 1937 eskalierten. Treiber hatte 224 Frauen für einen evangelischen kirchlichen Frauenbund gewonnen. Daraufhin wurde anonym eine Schmähschrift auf den Pfarrer verfasst und im Ort verteilt. Treibers Anzeige zeigte Wirkung: Der Bürgermeister wurde als Verfasser ermittelt und verlor sein Amt.

Der Pfarrer, der im Ersten Weltkrieg mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet worden war, wurde 1939 einberufen. 1941 erholte er sich in Bahlingen von einer Verletzung durch Granatsplitter. Immer wieder, so belegt es das Archiv, kam Treiber für Amtshandlungen zurück. Seine mutige Haltung brachte ihn beim Militär in Schwierigkeiten. 1943 wurde Treiber wegen Ungehorsams in Tateinheit mit Beleidigung seines Vorgesetzten zu zwei Jahren Haft verurteilt. Er verlor seinen Rang als Offizier und wurde von der Landeskirche als Pfarrer entlassen. 1944 wurde er an die Front in Ostpreußen versetzt, wo er einer lebensgefährlichen Verletzung durch Granatsplitter erlag. Traurige Ironie: Zehn Tage vor seinem Tag war er wieder zum Hauptmann befördert und als Pfarrer eingesetzt worden. "Was ich aus der Geschichte Treibers mitnehme", sagt sein Nachfolger Herrmann heute, "ist, dass es sich in Bahlingen um eine lebendige und treue Gemeinde handelt, die sich um ihren Pfarrer versammelt hat."

Sources:
- person, marriage: OFB Bahlingen

Note: Missing data can be supplemented and incorrect data corrected, please contact Geneee.