Bruno Wipf

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  • 5 children

Parents

Marriages and children

Ancestors

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Bruno Wipf 1914-2016

Notes

1 - Badische Zeitung, 14.02.2009

1.1 - "Noch nie so sorglos"

Bruno Wipf wird heute 95 und erfreut sich guter Gesundheit

LÖRRACH. "Ich habe noch nie so sorglos gelebt wie derzeit", sagt Bruno Wipf, der heute, Samstag, seinen 95. Geburtstag feiert. Über die Zukunft mache er sich keine Sorgen, die komme schließlich von selbst. Sein einziger Wunsch: "Solange ich da bin, will ich möglichst fit sein." Damit dem so bleibt, ist er gemeinsam mit seiner Frau Marianne noch viel in Bewegung. Gemeinsam geht das Ehepaar täglich raus und trifft sich alle 14 Tage mit Freunden zum Wandern. Natürlich seien die Touren nicht mehr so lang wie früher, dennoch seien die Senioren noch sehr geländegängig. Einzig das Radfahren, das er mit 90 Jahren auf anraten seiner Kinder eingestellt habe, vermisse er ebenso wie das Skifahren, das er nach seinem 85. Geburtstag für immer aufgab.

Drei Jahrzehnte ist es nun her, seit die "Wybertlianer" ihren Chef in den Ruhestand verabschiedeten. 32 Jahre arbeitete er in diesem Unternehmen in verantwortlichen Positionen. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam Bruno Wipf zu Wybert. Als Prokurist für die Finanzen und die Verwaltung zuständig, trat er bald in die Fußstapfen seines Vaters. Nach dem plötzlichen Tod des damaligen Geschäftsführers Ernst Ludwig Heuss übertrugen ihm die Gesellschafter im Jahre 1967 die Gesamtverantwortung für die Firma. Bruno Wipf legte zusammen mit engagierten Mitarbeitern die Grundsteine für die spätere Erfolgsgeschichte des Unternehmens, heute Gaba.

1914 in Neuhausen erblickte Wipf direkt am Schaffhauser Rheinfall, das Licht der Welt. Die Familie zog später nach Lörrach. Am Hans-Thoma-Gymnasium machte er 1933 das Abitur. Ein großer Glücksfall für sein Leben sei es, dass er als Soldat im Genesungsurlaub in Todtnauberg seine Frau Marianne kennengelernt habe. "Seit fast 66 Jahren leben wir im einvernehmlichen Widerspruch zusammen", sagt der Jubilar und schmunzelt. Als munteres Paar, das scherzhaft nicht immer einer Meinung ist, präsentieren sich die beiden. Es wird viel gelacht, die Familie hält fest zusammen, die vier Kinder unterstützen abwechselnd ihre Eltern im Haushalt.

Das Leben brauche aber auch Herausforderungen. Während das einst bedeutete, ein Unternehmen zu führen, bestehe diese nun darin, den Alltag zu meistern und sich fit zu halten. Vor allem ins Altersheim will das Ehepaar nicht, viel zu wohl fühlen sie sich in ihrer Wohnung im Neue- Heimat-Weg in Stetten: "Wir haben Glück und können ein abwechslungsreiches Leben führen, so lange es geht, werden wir es genießen."

2 - Badische Zeitung, 14.02.2014

2.1 - Vor Studium wurde gewarnt

Bruno Wipf, der einstige Geschäftsführer der Gaba, wird hundert Jahre alt; seine Frau ist 99.

LÖRRACH. Es ist eine ungewöhnliche Konstellation: Bruno Wipf in Stetten wird an diesem Freitag hundert Jahre alt und er erlebt diesen besonderen Tag zusammen mit seiner ein Jahr jüngeren Frau Marianne – und mit den drei Töchtern Jutta und Eva (Zwillinge), Gabriele und Sohn Thomas. Der Lionsclub Lörrach, dessen Mitglied Bruno Wipf seit Jahrzehnten ist, ernennt ihn zum 100. Geburtstag zum Ehrenmitglied – dem einzigen der Vereinigung, heißt es aus dem Clubvorstand.

Es gab Zeiten, da gehörte der stattliche Mann zum Stadtbild. Viele Jahre lang sah man Bruno Wipf auf seinen Spaziergängen kräftigen Schrittes an der Wiese oder am Maienbühl. Wandern, das taten er und seine Frau für ihr Leben gern. Jetzt, im hohen Alter, sind die Wege kurz geworden. Bruno Wipf sitzt, wie Tochter Jutta erzählt, infolge eines sonst gut überwundenen Schlaganfalls vor gut einem Jahr im Rollstuhl. "Das ist so lästig", sagt der alte Herr, der ansonsten, wie man so sagt, voll da ist. Gewiss, mit manchen anderen altersbedingten Einschränkungen, etwa beim Hören und Sehen, muss er sich auch arrangieren. Insgesamt meint der Jubilar: "Ich kann mich nicht beschweren."

Das Gespräch kommt schnell auf Gaba. Am Standort Lörrach befindet sich eine lange Firmentradition des Herstellers von Zahnpasta und Mundhygieneprodukten in der Endphase. Dass Bruno Wipf "seine" Firma quasi überlebt hat, "das fühlt sich nicht gut an". Von 1967 bis 1979 war der gelernte Kaufmann Geschäftsführer bei Wybert, wie Gaba damals noch hieß. Seine Lehre hatte er beim einstigen Gaswerk Lörrach, heute Badenova, absolviert. "Gutes Wissen in Betriebswirtschaft" habe er sich in der Gefangenschaft in den USA angeeignet, in die der Wehrmachtsoffizier in Belgien geraten war. Bruno Wipf war als Gaba-Geschäftsführer nach dessen unerwartetem Tod Nachfolger von Ernst-Ludwig Heuss, Sohn des einstigen Bundespräsidenten, und Vorgänger von Mario Perinelli.

2.1.1 - Der Letzte seines Jahrgangs
"Es waren schwierige Zeiten", beschreibt Wipf seine eigene Epoche. Die rautenförmigen Hustenpastillen, die Wybertli, liefen nicht mehr. Die Umstellung auf Zahnpflege und Mundhygiene war in Deutschland schwierig. Anders als in der Schweiz, erinnert er sich: Dort bezahlte die Krankenkasse die Zahnprophylaxe nicht, also war man an Eigenverantwortlichkeit gewöhnt. Sein Vorzug war es, dass er alle Abteilungen der Wybert durchlaufen hatte und den Betrieb kannte. Bruno Wipfs Vater war bei Wybert.

Der Vater stammte aus Altenburg bei Jestetten, die Mutter aus Hohenzollern, Bruno Wipf wurde 1914 in Neuhausen/Schweiz nahe des Rheinfalls geboren. Als der Vater zur Handelskammer Schopfheim ging, zog die Familie um. 1928 folgte der Umzug nach Lörrach, die Familie wohnte in Tumringen. Der 14-jährige Bruno Wipf wechselte vom Gymnasium Schopfheim ans Hans-Thoma-Gymnasium, wo er 1933 Abitur machte. "Vor dem Studium wurden wir gewarnt", erzählt er. Allerdings seien in manchen Betrieben die Abiturienten auch nicht so gern gesehen gewesen, weil die zu viel (hinter-)fragten.

Unterdessen ist Bruno Wipf der Letzte seines Schuljahrganges. Der letzte Freund aus alten Handballerzeiten bei Rot-Weiß Lörrach, Herbert "Häbbi" Wagner, ist voriges Jahr gestorben. Damit muss man sich abfinden in diesem biblischen Alter, auch wenn’s manchmal nicht leicht ist. Mit 35 Jahren hatte Wipf das Handballspiel aufgehört. Im Ski-Club Lörrach war er noch Mitglied und im Schwarzwaldverein. Aber er hat nirgends Ämter übernommen.

Kurz bevor er 1979 in den Ruhestand ging, zog er mit seiner Frau in eine Wohnung in Stetten im Neue-Heimat-Weg um. Dort leben die beiden heute noch, vom familiären Netzwerk und professioneller Pflege getragen. Ihren Humor haben die beiden erhalten und sind, wie Marianne Wipf sagt, froh, dass sie einander haben. Beim täglichen Bewegungsprogramm, wenn er seine Runden im Rollstuhl auf der Terrasse gedreht hat, schiebt sie ihn noch ein paar Runden zusätzlich. Wie viel, ist von der Tagesform abhängig.

100 Jahre. "Man muss sich innerlich darauf einstellen", meint Bruno Wipf. Und auf das, was danach kommt. "Wir brauchen Dich noch als Familienoberhaupt", sagt Jutta. "Ihr hört ja doch nicht auf mich", sagt der alte Herr zur fast 70-jährigen Tochter und schmunzelt. Es mögen ihnen noch ein paar gute gemeinsame Jahre vergönnt sein.

3 - Die Oberbadische, 25.04.2016

3.1 - Große Trauer um Bruno Wipf

Lörrach (hau). Bruno Wipf ist tot. Stolze 102 Jahre wurde der bekannte Lörracher – und war damit wohl der älteste Lörracher. Als einstiger Geschäftsführer der Gaba, früher Wybert, war er eine hoch geschätzte Persönlichkeit der Stadt. Aktiv war Wipf auch im Sport: Davon zeugen seine Verbundenheit zum TSV Rot-Weiß Lörrach als Handballer, seine Mitgliedschaft im Ski Club Lörrach und im Schwarzwaldverein. Außerdem war er Ehrenmitglied des Lions Club. Bis ins hohe Alter verblüffte er mit großer Aktivität, unter anderem als begeisterter Frühschwimmer, und mit geistiger Frische.

Geboren wurde Wipf am 14. Februar 1914 in Neuhausen am Rheinfall im Kanton Schaffhausen. Sein Vater war deutscher Kaufmann und arbeitete in der Schweiz. Nach dem ersten Weltkrieg verlängerte die Schweiz den deutschen Staatsbürgern die Aufenthaltsgenehmigung nicht mehr, und so zog die Familie nach Lörrach. Nach Tätigkeiten im Bezirksamt und ab 1921 bei der IHK in Schopfheim fand der Vater von Bruno Wipf 1928 eine dauerhafte Anstellung bei der Firma Wybert in Tumringen.

Entsprechend der Wohnorte der Eltern besuchte Wipf Schulen in Lörrach, Schopfheim, zuletzt die Oberrealschule Lörrach, das heutige Hans-Thoma-Gymnasium.

Nach dem Abitur absolvierte er eine Kaufmannslehre. Gleich im Anschluss musste er von 1935 bis 1938 seine Wehrpflicht bei den Gebirgsjägern erfüllen. 1940 meldete sich erneut das Militär und schickte den jungen Mann nach Frankreich. Es folgte der Russlandfeldzug, 1944 geriet er in Belgien in englische Kriegsgefangenschaft. Als Offizier war Bruno Wipf in den USA interniert. 1946 kehrte er zu seiner Frau heim, die, zusammen mit zwei Zwillingstöchtern, vor dem Bombenkrieg in Bayern Zuflucht gefunden hatte.

Zurück in Lörrach, fand Wipf 1947 bei der Firma Wybert einen Arbeitsplatz. 32 Jahre bis zu seiner Rente 1979 arbeitete er bei Wybert in Tumringen, wo die Familie auch wohnte. 1967 übernahm Bruno Wipf die Geschäftsführung bis zu seiner Pensionierung. 1979 zog das Ehepaar nach Stetten.

Seine Frau Marianne, geborene Nortmann hatte Wipf im Krieg kennengelernt. Nach einer Verwundung war Bruno Wipf auf Genesungsurlaub. Seine spätere Frau lebte damals in Münster und arbeitete für den Reichsarbeitsdienst. 1943 heiratete das Paar.

Nach den Zwillingen kamen noch eine Tochter und Sohn Thomas hinzu, letzterer bekannt als langjähriger städtischer Fachbereichsleiter „Jugend, Schulen, Sport“.

Nach 71 Jahren Ehe verstarb Bruno Wipfs geliebte Frau - ein schmerzlicher Verlust, der für Bruno Wipf nur schwer zu verkraften war. Viele Lörracher werden ihn, auch aufgrund seiner liebenswerten und charmanten Art, noch lange in Erinnerung behalten.

4 - David Schmidt, 25.04.2016

In der Todesanzeige erwähnt werden: Deine Kinder, Enkel, Urenkel und Anverwandte.

5 - Timeline

Tumringen (DE) Stetten (DE) Lörrach (DE)

6 - Adresse

Neue-Heimat-Weg 12, 79540 Lörrach

Sources:
- person: Verena Dauerer
- birth, burial: Badische Zeitung
- marriage: verlagshaus-jaumann.de

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