Alfred Epstein

  • 1 child

Parents

Marriages and children

Siblings

Ancestors

Karoline Haas 1810-1852












Rosa Epstein 1844-1920












Alfred Epstein 1901-1944

Notes

1 - Badische Zeitung, 12.10.2014

1.1 - Kinder geflohener Juden besuchen Kenzingen

Auf den Spuren der Vorfahren: Irene Epstein-de Cous Familie floh vor den Nazis nach Frankreich und Südamerika. Am Montag spricht sie im Kenzinger Gymnasium mit Schülern und Lehrern über ihre bewegte Familiengeschichte.

Am Wochenende kommt Irene Epstein-de Cou mit Verwandten nach Kenzingen. Sie sind Kinder einer jüdischen Familie, die vor dem Naziregime aus Kenzingen nach Frankreich und Südamerika geflüchtet ist. Am Montag werden sie im Gymnasium mit Schülern und Lehrern sprechen. Im Gymnasium haben sich die Schüler in den vergangenen Jahren intensiv mit der Geschichte und dem Schicksal der Kenzinger Juden beschäftigt.

Federführend beim Besuch der Epstein-Nachfahren ist Reinhold Hämmerle vom Deutsch-Israelischen Arbeitskreis. Er gehört zu den Initiatoren der Auseinandersetzung mit dem Schicksal der Kenzinger Juden und auch der Kontakte zu ihnen. Anlass war die Arbeit für die Kenzinger Stadtchronik zur 750-Jahr-Feier im Jahr 1999, die Hämmerle mit herausgegeben hat. Während der Arbeiten sei Annegret Keßler vom Deutsch-Israelischen Arbeitskreis Südlicher Oberrhein auf ihn zugekommen, erinnert sich Hämmerle. Sie habe angeregt, sich auch dem Schicksal der Kenzinger Juden anzunehmen. Das hat Hämmerle dann getan.

Die Epsteins, die 1872 von Eichstetten nach Kenzingen gezogen sind, lebten lange unbehelligt am Kirchplatz. Heinrich und Rosa Epstein haben mit Mehl und Kleinvieh gehandelt. Schon für die nächste Generation, Michael und Karoline und ihre Kinder wurde Kenzingen aber zur feindlichen Umgebung. Michael Epstein, angesehener Kenzinger Bürger und Mitglied im Bürgerausschuss, habe anfangs geglaubt, die Nazis würden ihm nichts anhaben, berichtet Hämmerle. Doch im Jahr 1938 internierten sie ihn vorübergehend in Dachau. Nach der "Schutzhaft" folgten Michael und Karoline Epstein dem Ruf ihrer Söhne, die bereits nach Südamerika emigriert waren, und konnten gerade so nach Kriegsbeginn 1939 über Genua die feindselige Heimat verlassen. Simon Epstein, der wie sein Bruder in Kenzingen eine unbeschwerte Jugendzeit erlebt und den Realschulabschluss gemacht hatte, hatte bereits früh seine Berufslaufbahn in der Tabakbranche nach Brasilien geführt. Als die Repressalien für Leo Epstein und seine Familie im Nazi-Deutschland zunahmen, folgte er dem Beispiel seines Bruders.

Ihr Bruder Alfred war nach der Machtergreifung Hitlers nach Luxemburg und dann nach Frankreich geflohen, wo er sich nach dem Einmarsch der Deutschen der Resistance anschloss. Seine Tochter Irene, später mit einem Diplomaten namens de Cou verheiratet, kam während des Krieges in Frankreich zur Welt. Alfred Epstein wurde mit der Mehrzahl der Widerstandskämpfer seiner Gruppe im südfranzösischen Eygalayes von deutschen Soldaten exekutiert. Im Frühjahr 2014 nahmen erstmals Vertreter des Deutsch-Israelischen Arbeitskreises an der Gedenkfeier für die Resistance-Kämpfer in Südfrankreich teil.

Irene Epstein-de Cou, die in Frankreich lebt, hat die Kontakte geknüpft und es ermöglicht, dass die Franzosen deutsche Teilnehmer zuließen. An der Kenzinger Pfarrgasse liegt zum Andenken an Alfred Epstein ein Stolperstein im Pflaster.

Irene Epstein-de Cou hat auch den Weg im Jahr 1998 geebnet, dass die Familie Epstein an der Jubiläumsfeier teilnahm. Als Ehrengast sprach Leo Epstein, der im Alter von 97 Jahren im vergangenen Jahr in Rio de Janeiro gestorben ist, auf der Jubiläumsfeier. Auch er suchte im Gymnasium das Gespräch mit den Schülern. Die Rückkehr in die alte Heimat, die Aufnahme und die ganze Feier mit der Familie Epstein sei sehr bewegend gewesen, sagt Hämmerle. Der Eindruck für Leo Epstein war so positiv, dass er mit einem ausgestellten deutschen Pass nach Südamerika zurückreiste.

Sources:
- person: Gemeinde Eichstetten

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